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Hier erhalten Sie aktuelle Informationen rund um die Saarbrücker Friedhöfe.

Landeshauptstadt bringt Friedhofsentwicklungsplan auf den Weg

Friedhofentwicklungsplan

Friedhofentwicklungsplan

Die Landeshauptstadt Saarbrücken bringt einen Friedhofsentwicklungsplan auf den Weg und reagiert damit auf ein bundesweit verändertes Bestattungsverhalten.

Es gibt weniger Bedarf an Flächen auf den Friedhöfen und eine größere Nachfrage nach Bestattungsangeboten, die kaum oder keine Pflege erfordern. Das ist auch in Saarbrücken zu beobachten. Diese Entwicklung hat  erhebliche negative wirtschaftliche Folgen für die Landeshauptstadt. Darauf reagiert der Friedhofsentwicklungsplan ebenfalls. Er wird zurzeit in den städtischen Gremien vorgestellt.

Die Umsetzung des Friedhofsentwicklungsplans soll sicherstellen, dass den Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft hochwertige Bestattungsflächen zur Verfügung stehen. Ziel des Plans ist es, die Kosten für den Betrieb der Friedhöfe zu stabilisieren und eine würdige Friedhofskultur zu erhalten. Für den Plan wurden kulturelle, ökologische, gestalterische und wirtschaftliche Aspekte rund um das Thema Friedhöfe untersucht und entsprechende Ziele und Entwicklungsstrategien festgelegt.

Eine wesentliche Vorgabe für den Plan war es, den Hauptfriedhof und alle Stadtteilfriedhöfe zu erhalten. Auch alle Kriegs- und Ehrengräberflächen sowie Gedenkorte sollen bestehen bleiben.

Mehr Urnengräber – überschüssige Friedhofsflächen
In der Landeshauptstadt Saarbrücken gibt es – ebenso wie in anderen deutschen Großstädten – einen wachsenden Überschuss an Friedhofsflächen. Konkret sind das rechnerisch insgesamt 46 Hektar. Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen Feuer- statt Körperbestattungen bevorzugen. Inzwischen entscheiden sich in Saarbrücken nur noch 25 Prozent für eine Körperbestattung, 75 Prozent dagegen für eine Urnenbestattung. Das Zahlenverhältnis hat sich im Laufe der Jahre genau umgekehrt. Viele nehmen auch Bestattungsmöglichkeiten privater Anbieter in Anspruch. Diese Entwicklung hat bereits vor rund 20 Jahren begonnen und steht in engem Zusammenhang mit gesamtgesellschaftlichen Veränderungen.

Gesellschaftliche Veränderungen erschweren Grabpflege für Angehörige
Der Familienzusammenhalt innerhalb eines Wohnorts löst sich zunehmend auf. Viele Menschen müssen zum Beispiel aus beruflichen Gründen aus ihrer Heimat weg- oder mehrmals im Laufe ihres Lebens umziehen. Grabpflege wird dann häufig als Last empfunden. In Saarbrücken ist die Nachfrage nach Gräbern, die keine Pflege erfordern, in den vergangenen fünf Jahren um 77 Prozent gestiegen. Die bundesweite Abschaffung des Sterbegelds der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2005 hat die Beerdigungskosten für viele Familien wieder in den Fokus gerückt.

Entwicklungsstrategien des Friedhofsentwicklungsplans
Laut Friedhofsentwicklungsplan ist beispielsweise vorgesehen, wenig genutzte Grabarten zu reduzieren oder entfallen zu lassen, Laufzeiten zu vereinheitlichen und die Gebührenstruktur zu vereinfachen. Darüber hinaus gibt es für jeden der 22 aktiven Friedhofsstandorte ein flächenbezogenes Grobkonzept.

Diese Konzepte sehen vor, dass die Bestattungsflächen reduziert und kompakt zusammengezogen werden sollen. Darüber hinaus sind auch Friedhofsflächen in den Konzepten enthalten, die dauerhaft abgegeben werden können. Um die Friedhofskultur zu erhalten, sollen diese neuen kompakten Bestattungsflächen in zentralen Bereichen der Friedhöfe in der Nähe der Trauerhallen und der Eingangsbereiche liegen.

Auf allen Saarbrücker Friedhöfen soll es ein Basis-Angebot geben, das durch individuelle Angebote wie muslimische Gräber, Waldgemeinschaftsgräber oder oberirdische Grabkammern ergänzt wird. So will die Landeshauptstadt auch weiterhin eine preisgünstige Alternative zu privaten Anbietern gewährleisten und neue günstige Angebote schaffen.

Langfristig werden sich die Friedhöfe zu Grünflächen mit Orten für Bestattung, zur Trauerbewältigung und zur Begegnung wandeln. Diese Entwicklung muss bei der Gestaltung der Flächen berücksichtigt werden. So sollen beispielsweise Bänke oder andere Sitzgelegenheiten einen Aufenthalt auf dem Friedhof für Besucherinnen und Besucher angenehmer machen. 

Der Friedhofsentwicklungsplan soll nach Möglichkeit ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand und ohne Gebührenerhöhungen umgesetzt werden. Es ist geplant, die Gebühren aufkommensneutral an die tatsächlichen Kosten und die Nachfrage im Rahmen des Gebührenrechts anzupassen.